Inspirationen und Ideen rund um freie Trauungen und Hochzeitszeremonien in der Schweiz

JA-Worte. Das Traumich-Magazin.

Inspirationen, Eindrücke und Ideen rund um freie Trauungen und Hochzeitszeremonien. Zusammengestellt vom Traumich-Team. 

Mehrsprachige Trauungen

Bienvenue, welcome, croeso – Trauzeremonien in mehreren Sprachen

Er aus Thüringen, sie aus Thörigen. Seine Familie aus Israel, ihre Eltern aus Serbien. Sie aus China, ihre Partnerin aus Chur. Oft ist die gemeinsame Sprache nicht einmal die Muttersprache der einen oder des anderen. Nur zu verständlich ist da der Wunsch, dass die Trauungszeremonie diesem Umstand Rechnung trägt. Aber wie kann das funktionieren? 

In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf gängige Konzepte, die sich im Traumich-Team für das Halten von mehrsprachigen Trauungen bewährt haben:
 

Mehrsprachige Zeremonienleiter*innen
Wie schön, wenn die Zeremonienleiterin oder der Zeremonienleiter alle für euch wichtigen Sprachen spricht! Doch was dann: eine  1:1-Übersetzung oder ein gleitender Sprachmix?

Die 1:1-Übersetzung bietet sich an, wenn zwei Sprachen im Fokus stehen, und nur wenige Gäste beide Sprachen sprechen. Dann wird die Rede in sinnvolle Abschnitte aufgeteilt, und erst in der einen, dann in der anderen Sprache vorgetragen. Die Konsequenz: Entweder wird die Zeremonie doppelt so lang wie eine einsprachige, oder man muss sich bei der Liebesgeschichte eher kurz fassen.

Wenn Gäste beide Sprachen beherrschen, hören sie die Rede quasi zweimal. Manche Leute schätzen das – es sei doppelter Genuss. 

Wenn viele Gäste beide Sprachen sprechen, lassen sich mit dem gleitenden Sprachmix inhaltliche Abschnitte abwechselnd in der einen und der anderen Sprache erzählen. Jeder Abschnitt beginnt dann mit einer kurzen Zusammenfassung des zuvor in der anderen Sprache Erzählten. Doch Achtung: Bei mehr als drei Sprachen wird es unübersichtlich und auch DE-EN-FR ist eine echte Herausforderung.     
 

Zeremonie mit Dolmetscher*in
Wenn euer Trauredner oder eure Traurednerin nur eine „eurer Sprachen“ beherrscht, habt ihr sicher unter euren Freunden jemanden, der oder die beide Sprachen spricht und Abschnitt für Abschnitt dolmetschen kann. Natürlich müssen die beiden sich vorher gut absprechen. Wenn die übersetzende Person eine angenehme Stimme hat und vor Publikum gut präsentieren kann, kann die Zeremonie durchaus gewinnen. Auch hier gilt: Die Geschichte des Brautpaars muss kurz und knackig formuliert sein, damit die Zeremonie nicht zu lange dauert.
Aus dem „Nähkästchen“: Spannend wird’s, wenn Dolmetscherin oder Dolmetscher selbst kreativ werden. Ich spreche nicht genug Spanisch, um eine Rede zu halten, aber mein Verständnis reichte aus, um zu begreifen, dass die übersetzende, erwachsene Tochter nicht unbedingt das sagte, was ich vorgesehen hatte. Die Liebeserklärung, die sie ihrer Mutter im Rahmen der Zeremonie machte, war jedoch so wunderbar emotional, dass ich meine Überraschung gut runterschlucken konnte.
 

Das Handout
Nur wenige Gäste verstehen die „Hauptsprache“ der Zeremonie nicht, und sie gehören auch nicht zum allerengsten Familienkreis. Dann kann die Zeremonienleitung die Rede in die Sprache dieser „Minderheit“ übersetzen lassen, auf schönes Papier drucken und binden. Die entsprechenden Gäste erhalten ein Exemplar der Übersetzung, und alle können die Zeremonie verfolgen.
 

Überraschungsmomente
Für die Traumich-Rednerinnen und -Redner ist es Ehrensache, wenigstens ein paar Worte oder Sätze in den Sprachen der Anwesenden zu sagen. Das gilt auch für Schweizer Landessprachen: Wir fragen selbstverständlich, ob man bei euren Gästen „bun de“ oder „bun di“ sagt. Und wenn es gelingt, die Gäste mit einem Gedicht auf Portugiesisch, Russisch oder Vallader zu Tränen zu rühren, so ist das unser schönstes Geschenk. 

Ihr seht: Es gibt viele Möglichkeiten, wie ihr während der Zeremonie für Gäste sorgen könnt, die eine andere Sprache sprechen. In den Portraits der Redner*innen von Traumich seht ihr, in welchen Sprachen wir Traureden anbieten – Mix und Zusatz-„Häppchen“ inklusive. Wir beraten euch gern.

Für das Traumich-Magazin:
Roswitha Menke

 

Feiern in pandemischen Zeiten

Heiraten im Jahr 2021 steht unter einem besonderen Stern: Corona. Auch wenn die Pandemie für viel Unsicherheit sorgt und geplante Feste sogar abgesagt werden (müssen): Diese Situation eröffnet auch Chancen. Wir präsentieren euch die Hochzeitstrends 2021.

Die Auseinandersetzung mit einer weltweiten Pandemie hat viele von uns auf etwas zurückgeworfen: Das Wesentliche. Genau das beeinflusst auch die Art und Weise, wie 2021 geheiratet wird. Dadurch, dass grosse, rauschende Feste im Moment nicht möglich sind, stellen sich viele Paare die Frage: Was ist wichtig an unserer Hochzeit? Was steht im Zentrum? Hochzeitsfeiern werden also individueller, sie werden kleiner und intimer, aber auch flexibler.

Die »Micro-Wedding«
Wie der Name schon sagt, ist das ein Hochzeitsfest im kleinen Kreis. Was erst einmal wie eine Konzession an die Situation scheint, hat durchaus seine Vorteile: Mit einer übersichtlichen Gästeliste eröffnen sich ganz neue Locations, die für grosse Gruppen nicht ausgelegt sind. Man hat wirklich Zeit, sich mit jedem Gast zu unterhalten. Und: mit kleineren Gruppen ist man flexibler und kann fliessende Location-Wechsel oder Spaziergänge mit in das Fest einbauen.

Das Elopement
Noch kleiner als eine Micro-Wedding ist das Elopement, das sich wachsender Beliebtheit erfreut. Hier »türmt« das Paar an einen besonderen Ort und heiratet nur mit sich allein, einer Zermoniarin und maximal noch den Trauzeugen. Bei diesem Event geht es nur um eins: Euch. Es läuft alles ohne Erwartungen von aussen, ihr gestaltet den Ablauf genauso, wie ihr euch das wünscht. Und das Beste: Ihr könnt so eine Zermonie an den wunderbarsten Orten durchführen – Bergspitzen, See-Inseln, Häuserdächern oder in eurem eigenen Wohnzimmer.

Wochentag-Hochzeiten
Durch das Verschieben von Hochzeiten aus dem letzten Jahr sind bereits jetzt schon viele Wochenenden mit Hochzeitsterminen besetzt. Aber warum nicht an einem Wochentag heiraten und den Homeoffice-Tag auf den Samstag verschieben? In der Regel bringt diese Entscheidung sogar finanzielle Vorteile mit sich und ihr werdet plötzlich wieder freier bei der Wahl des Ortes.

Eine Brunch-Hochzeit
Statt des traditionellen Schemas Zeremonie-Apéro-Abendessen-Fest setzt sich langsam ein Gegentrend durch, der das Tageslicht feiert: Der gemeinsame Brunch. Das Essen darf hierbei genauso üppig ausfallen wie bei einem Znacht – und man hat noch den ganzen gemeinsamen Tag vor sich.

Cocktails to go
Woran wir uns durch Corona auch immer mehr gewöhnen: Warten. Auch an Hochzeiten gibt es immer wieder Wartezeiten. Diese lassen sich durchaus mit bereits gemixten Cocktails in stylishen Dosen versüssen. Keine Angst! Mittlerweile gibt es hier fantastische Alternativen zu den 99%-Zucker-Gesöffen unserer Jugend.

Willkommens-Boxen
Ein weiterer Vorteil von kleinen Hochzeitsfesten ist, dass man sich mit mehr Intensität und Zeit den einzelnen Gästen widmen kann. So etabliert sich gerade der Trend der »Willkommensboxen«, so etwas wie ein persönlicher Goodie Bag für die Gäste. Neben individualisierten Masken und Desinfektionsmittel finden in diesen Boxen auch gemeinsame Erinnerungen ihren Platz. So fühlt sich jede Person persönlich willkommen geheissen.

Sharing is caring
Dadurch, dass Hochzeitsfeste kleiner ausfallen, ist das Bedürfnis grösser geworden, diesen Moment und Tag auch gebührend zu teilen. Social Media sind dafür natürlich eine perfekte Plattform. Ob ihr nun also besonders tolle Fotos für all eure Freunde da draussen macht, ob ihr einen Mitschnitt eurer Hochzeit zur Verfügung stellt oder ob ihr die Zeremonie live übertragen möchtet (nachdem alle Nicht-Eingeladenen vorher noch gemixte Cocktails und eine Wedding-Playlist erhalten haben) – euch sind keine Grenzen gesetzt!

Honey-, Nano-, Minimoon
Auch die Maledivenreise oder das Trekking im Amazonas vereitelt uns Corona in diesem Jahr. Daher entscheiden sich viele Paare für kleinere Alternativen, die so genannten »Nanomoons« oder »Minimoons«, also kleine Auszeiten in der Umgebung. Eine Pause hat man sich in jedem Fall nach der Hochzeit verdient. Und die darf ja auch auf dem Campingplatz am Bielersee oder auf dem Creux-du-Van sein.

Hochzeit für alle
Endlich! Endlich hat es auch die Schweiz geschafft, sich in die Reihe der Staaten einzuordnen, welche die Ehe für alle erlaubt. 2020 hat das Parlament JA dazu gesagt, dass die LBGT-Gemeinde den heterosexuellen Paaren in punkto Ehe gleichgestellt werden. Auch wenn das Referendum dagegen noch ergriffen werden kann: Wir freuen uns nun auf noch mehr Diversität an unseren Zeremonien!

 

Unser Team hat einige dieser Trends bereits erleben dürfen. Mini-Hochzeiten im heimischen Wohnzimmer bei Cello-Begleitung. Eine Hochzeit in Zweier-Belegung mit Ukulele auf Klappstühlen im Wald. Oder eine Parcours-Hochzeit, bei der das Paar von Ort zu Ort wandert und immer wieder auf andere Freunde und Familienmitglieder stösst. Lasst euch nicht einschränken von Corona. Nehmt die Situation als Möglichkeit euch auf das Wesentliche zu beziehen: Eure Liebe!