Inspirationen und Ideen rund um freie Trauungen und Hochzeitszeremonien in der Schweiz

JA-Worte. Das Traumich-Magazin.

Inspirationen, Eindrücke und Ideen rund um freie Trauungen und Hochzeitszeremonien. Zusammengestellt vom Traumich-Team. 

Die Melodie eurer Zeremonie

"Now I heard there was a secret chord..." – sobald jemand Leonard Cohens «Hallelujah»
anstimmt, werden alle Augen feucht. Warum dies trotzdem nicht das perfekte Lied für eine
Hochzeitszeremonie ist und welche Gedanken ihr euch bei der Wahl eurer Begleitmusik
machen solltet, berichten wir hier.

Bei uns im Team sind wir uns einig: Musikalische Einlagen bereichern jede Zeremonie. Einerseits sorgen sie für kleine Entspannungs-Pausen zwischen den Redeteilen, anderseits hat Musik oft die Kraft, Leute an andere Orte zu bugsieren: In eigene Erinnerungen, zu schönen Momenten. Bloss: Welche Musik passt und welche vielleicht weniger?

Schmerzliche Trennung statt ewige Liebe
Fangen wir mal mit den schlechten Nachrichten an: «Hallelujah» passt nur bedingt. Auch wenn die neuere Version des Songs vor allem von der Beziehung des Sängers zu einer Geliebten erzählt, ist der Ursprung des Stücks doch im Alten Testament zu finden und hat ein tragendes religiöses Thema. Es geht um König David, der für Gott als Zeichen seiner Ergebenheit Harfe spielte – vielleicht nicht ganz passend für eine freie Trauung. 

Ähnlich verhält es sich mit anderen Klassikern: «I will always love you» von Whitney Houston? Erzählt von einer schmerzlichen Trennung. Und wenn Bruno Mars singt «I think I wanna marry you» leitet er den Wunsch ein mit «we’re looking for something dumb to do». Es lohnt sich also immer, den Text der vermeintlichen Liebeslieder zu beachten. Wer eine schöne gemeinsame Erinnerung verbindet mit diesen Liedern, soll sie in diesem Gedenken auf jeden Fall trotzdem integrieren – da steht der Moment eben über dem Text.

Eure Musik für euren Tag
Aber welche Lieder eignen sich denn nun? Die kurze Antwort ist: "Eure" Lieder. Am emotionalsten sind immer Stücke, mit denen ihr als Paar eine Erinnerung oder ein Erlebnis verbindet – das darf dann auch grade kein explizites Liebeslied sein. Aber es lässt sich dazu eine Geschichte erzählen und so einen weiteren gemeinsamen Moment für euch und die Gäste schaffen.

Wenn es solche Songs nicht gibt, kein Problem! Dann recherchiert nach Liedern, die eine Geschichte erzählen, mit der ihr euch identifizieren könnt. Leider greifen viele Paare mangels Alternativen dann doch wieder auf die Klassiker zurück. Und auch wenn deren Melodien unbestreitbar bewegend sind – sie sind eben auch austauschbar. Und an eurer freien Zeremonie habt ihr ja grade das Glück, es so zu machen, wie IHR wollt.

Unbedingt live
Als Richtwert empfehlen wir für die Zeremonie drei Stücke auszuwählen. In welcher Form diese dargeboten werden, entscheidet ihr. Vielleicht gibt es in eurer Familie oder im Freundeskreis musikalische Menschen, die gerne etwas für euch einstudieren würden? Vielleicht gibt es eine reine Acapella-Version eures Lieblingslieds? Oder die Instrumental-Variante? Einmal «All you need is love» auf dem Didgeridoo? Nichts ist unmöglich! Aber am allerschönsten ist Musik immer live.

Wenn ihr dazu niemanden im Freundeskreis findet, recherchiert doch in eurer Region nach Nachwuchs-Musikerinnen und -Musikern, zum Beispiel über www.sofaconcerts.org – dann könnt ihr Kreative bei ihrem Aufstieg unterstützen.

 

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Bild: Jen Theodore.

Die beliebtesten Hochzeitslieder

Keine Hochzeit ohne Musik. Doch welche Lieder sind bei Schweizer Hochzeitspaaren am beliebtesten? Als Spezialisten für freie Trauungen wollen wir es genau wissen und halten Jahr für Jahr fest, zu welchem Sound sich unsere Paare das Ja-Wort geben. 

Ed Sheeran konnte mit seiner Ballade «Perfect» die Spitzenposition halten – wenn auch nur ganz knapp vor Christina Perrys «A Thousand Years». Welche Songs es sonst noch in die Top 20 geschafft haben, erfährst du hier:

  • Der beliebteste Hochzeitssong 2021 ist wie in den Vorjahren «Perfect» von Ed Sheeran. An rund jeder zehnten Hochzeit erklingt dieses Lied an der Trauungszeremonie. 
  • Klassiker wie «Hallelujah» von Leonard Cohan, «Can't help falling in Love with You» von Elvis Presley oder «River Flows in You» von Yiruma halten sich seit Jahren in den Spitzenpositionen unserer Charts.
  • Als beste CH-Songs schafften es «Für immer uf Di» von Patent Ochsner in die Top 20 der Traumich-Charts 2021.


Die Top 20 im Überblick:

Platz 1:       «Perfect» von Ed Sheeran  (11x gespielt)

Platz 2:       «A Thousand Years» von Christina Perry (10x)

Platz 3:        «All Of Me» von John Legend (8x)

Platz 4:        «Can You Feel the Love Tonight» von Elton John
                       «Stand By Me» von Ben E. King (je 7x) 

Platz 6:       «Auf uns» von Andreas Bourani (6x)

Platz 7:        «You Are The Reason» von Calum Scott
                       «River Flows in You» von Yiruma (5x) 

Platz 9:       «Das Beste» von Silbermond
                       «Canon in D» von Pachelbel
                       «Ain't No Mountain High Enough» von Marvin Gaye
                       «You Raise Me Up» von Secret Garden (4x)

Platz 13:     
                       «Für Immer Uf Di» von Patent Ochsner
                       «A Moment Like This» von Leoana Lewis
                       «Just the Way You Are» von Bruno Mars
                       «Hallelujah» von Leonard Cohen
                       «Seite an Seite» von Christina Stürmer
                       «(Everything I Do) I Do it For You» von Brian Adams
                       «Thinking Out Loud» von Ed Sheeran
                       «Can't Help Falling in Love» von Elvis Presley
                       «I'm Yours» von Jason Mraz
                       «Can't Help Falling in Love» von Elvis Presley
                       «JA» von Silbermond (je 3x)

 


* Ausgewertet wurden 120 freie Trauungen von Zeremonienleitenden aus dem Traumich-Team. Auf unserer Youtube-Playlist haben wir diese und einige weitere ausgefallene Songs aus unserer Liste für euch hinzugefügt. Lasst euch inspirieren für euren grossen Tag!

Damit die Musik ihre volle Kraft entfaltet, empfehlen wir allen Hochzeitspaaren, die Songs an Zeremonien live spielen zu lassen – sei es von talentierten Freunden und Verwandten oder gar von engagierten Profis. Eine kleine, aber feine Auswahl dazu findet sich hier auf unserer Website. Wir beraten euch gerne.

Mehrsprachige Trauungen

Bienvenue, welcome, croeso – Trauzeremonien in mehreren Sprachen

Er aus Thüringen, sie aus Thörigen. Seine Familie aus Israel, ihre Eltern aus Serbien. Sie aus China, ihre Partnerin aus Chur. Oft ist die gemeinsame Sprache nicht einmal die Muttersprache der einen oder des anderen. Nur zu verständlich ist da der Wunsch, dass die Trauungszeremonie diesem Umstand Rechnung trägt. Aber wie kann das funktionieren? 

In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf gängige Konzepte, die sich im Traumich-Team für das Halten von mehrsprachigen Trauungen bewährt haben:
 

Mehrsprachige Zeremonienleiter*innen
Wie schön, wenn die Zeremonienleiterin oder der Zeremonienleiter alle für euch wichtigen Sprachen spricht! Doch was dann: eine  1:1-Übersetzung oder ein gleitender Sprachmix?

Die 1:1-Übersetzung bietet sich an, wenn zwei Sprachen im Fokus stehen, und nur wenige Gäste beide Sprachen sprechen. Dann wird die Rede in sinnvolle Abschnitte aufgeteilt, und erst in der einen, dann in der anderen Sprache vorgetragen. Die Konsequenz: Entweder wird die Zeremonie doppelt so lang wie eine einsprachige, oder man muss sich bei der Liebesgeschichte eher kurz fassen.

Wenn Gäste beide Sprachen beherrschen, hören sie die Rede quasi zweimal. Manche Leute schätzen das – es sei doppelter Genuss. 

Wenn viele Gäste beide Sprachen sprechen, lassen sich mit dem gleitenden Sprachmix inhaltliche Abschnitte abwechselnd in der einen und der anderen Sprache erzählen. Jeder Abschnitt beginnt dann mit einer kurzen Zusammenfassung des zuvor in der anderen Sprache Erzählten. Doch Achtung: Bei mehr als drei Sprachen wird es unübersichtlich und auch DE-EN-FR ist eine echte Herausforderung.     
 

Zeremonie mit Dolmetscher*in
Wenn euer Trauredner oder eure Traurednerin nur eine „eurer Sprachen“ beherrscht, habt ihr sicher unter euren Freunden jemanden, der oder die beide Sprachen spricht und Abschnitt für Abschnitt dolmetschen kann. Natürlich müssen die beiden sich vorher gut absprechen. Wenn die übersetzende Person eine angenehme Stimme hat und vor Publikum gut präsentieren kann, kann die Zeremonie durchaus gewinnen. Auch hier gilt: Die Geschichte des Brautpaars muss kurz und knackig formuliert sein, damit die Zeremonie nicht zu lange dauert.
Aus dem „Nähkästchen“: Spannend wird’s, wenn Dolmetscherin oder Dolmetscher selbst kreativ werden. Ich spreche nicht genug Spanisch, um eine Rede zu halten, aber mein Verständnis reichte aus, um zu begreifen, dass die übersetzende, erwachsene Tochter nicht unbedingt das sagte, was ich vorgesehen hatte. Die Liebeserklärung, die sie ihrer Mutter im Rahmen der Zeremonie machte, war jedoch so wunderbar emotional, dass ich meine Überraschung gut runterschlucken konnte.
 

Das Handout
Nur wenige Gäste verstehen die „Hauptsprache“ der Zeremonie nicht, und sie gehören auch nicht zum allerengsten Familienkreis. Dann kann die Zeremonienleitung die Rede in die Sprache dieser „Minderheit“ übersetzen lassen, auf schönes Papier drucken und binden. Die entsprechenden Gäste erhalten ein Exemplar der Übersetzung, und alle können die Zeremonie verfolgen.
 

Überraschungsmomente
Für die Traumich-Rednerinnen und -Redner ist es Ehrensache, wenigstens ein paar Worte oder Sätze in den Sprachen der Anwesenden zu sagen. Das gilt auch für Schweizer Landessprachen: Wir fragen selbstverständlich, ob man bei euren Gästen „bun de“ oder „bun di“ sagt. Und wenn es gelingt, die Gäste mit einem Gedicht auf Portugiesisch, Russisch oder Vallader zu Tränen zu rühren, so ist das unser schönstes Geschenk. 

Ihr seht: Es gibt viele Möglichkeiten, wie ihr während der Zeremonie für Gäste sorgen könnt, die eine andere Sprache sprechen. In den Portraits der Redner*innen von Traumich seht ihr, in welchen Sprachen wir Traureden anbieten – Mix und Zusatz-„Häppchen“ inklusive. Wir beraten euch gern.

Für das Traumich-Magazin:
Roswitha Menke